Die Satzung

Satzung der
Morgenstern-Stiftung für Künstler in Not
vom 13.12.13
(Auszüge)

Präambel
Künstlerinnen und Künstler gehören zu den gesellschaftlichen Gruppen in Deutschland, die eher am Rande der Gesellschaft leben, obwohl sie mit viel Ideenreichtum, Energie und Idealismus die Entfaltung, Selbstfindung und Identität eines jeden Volkes unterstützen und vorantreiben, also eine zentrale Rolle einnehmen – die „Kulturnation Deutschland“ will sehr wohl ihre Künstler, aber zeigt zu wenig Interesse an deren täglichen Herausforderungen und oft existenzbedrohenden Lebensbedingungen. Der Stifter, der selbst Künstler ist und diese Situation aus eigener Erfahrung sowie auch viele andere Künstler kennt, möchte mit der Stiftung hier ansetzen und einen Beitrag leisten, um möglichst bei vielen Künstlerinnen und Künstlern mitzuhelfen, Not lindern.
Gerade in härter werdenden Zeiten zeigt sich, dass Kultur immer mehr zu einem überflüssigen Luxusgut abgestempelt wird, was gravierende Auswirkungen auf die Kunstschaffenden haben wird und auch schon hat.
Wenn Staat und Gesellschaft kein Engagement leisten können oder wollen, dann hilft nur private Initiative – das ist die Aufgabe der „Morgenstern-Stiftung für Künstler in Not“: Eine Initiative von Künstlern für Künstler, die auf großzügige und großherzige Menschen angewiesen ist!

§ 1
Name, Rechtsform, Geschäftsjahr
(1) Die Stiftung führt den Namen „Morgenstern-Stiftung für Künstler in Not“.
(2) Sie ist eine nicht rechtsfähige Stiftung und wird von einem Treuhänder im Rechts- und Geschäftsverkehr vertreten.
(3) Geschäftsjahr der Stiftung ist das Kalenderjahr. Das erste Geschäftsjahr endet zum 31.12.2010.

§ 2
Stiftungszweck
(1) Stiftungszweck ist die Förderung und Unterstützung von Künstlern der bildenden Kunst, die ohne eigenes Verschulden, z.B. durch Krankheit, Alter, Unfälle oder widrige Umstände in wirtschaftliche Not geraten sind, sowie die Unterstützung ihrer engen Familienangehörigen. Insbesondere sollen Personen gefördert werden, die keine oder nur unzureichende Leistungen von (Künstler-) Sozialkassen oder anderen berufsständischen Versorgungseinrichtungen im weitesten Sinne erhalten.
(2) Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch

Gewährung von einmaligen oder wiederkehrenden finanziellen Leistungen zur Beseitigung oder Minderung von Notlagen, die infolge von Unfall, Erkrankung oder Todesfälle oder andere äußere Einflüsse eingetreten sind
Zuschüsse zu Heilbehandlungs- und Rehabilitationsmaßnahmen, soweit diese nicht durch Sozialversicherungsträger oder Versorgungseinrichtungen übernommen werden
Zuschüsse für psychologische Beratung, soweit diese nicht durch Sozialversicherungsträger oder Versorgungseinrichtungen übernommen werden
Soforthilfen zur Selbsthilfe
Beratung in organisatorischer Hinsicht.
Förderung und Unterstützung kann durch finanzielle oder ideelle Maßnahmen erfolgen. Der o.g. Maßnahmenkatalog versteht sich als beispielhafte, nicht als abschließende Auflistung.

Es müssen nicht alle Zwecke bzw. Maßnahmen in jedem Geschäftsjahr erfüllt werden. Insbesondere gilt dies, solange die Stiftung über ein noch geringes Grundstockvermögen verfügt. Die Stiftungszwecke können auch mit unterschiedlicher Gewichtung verfolgt werden. Die jeweiligen Zuwendungsempfänger haben keinen Anspruch, in jedem Jahr gefördert zu werden bzw. keinen Anspruch darauf, in jedem Jahr im gleichen Verhältnis gefördert zu werden. Ein Rechtsanspruch auf Zuwendungen von Stiftungsmitteln besteht generell nicht. Die Stiftung entscheidet nach ihren finanziellen Möglichkeiten frei darüber, ob und in welchem Umfang die vorgenannten Maßnahmen verwirklicht werden.

3) Die Stiftung kann innerhalb der rechtlichen und steuerlichen Grenzen zur Erfüllung ihrer Aufgaben Hilfspersonen entgeltlich oder unentgeltlich einsetzen oder Aufgaben ganz oder teilweise durch Dritte wahrnehmen lassen.

§ 3
Gemeinnützigkeit
(1) Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar mildtätige Zwecke im Sinne des § 53 der Abgabenordnung.
(2) Die Stiftung ist selbstlos tätig. Sie verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Die Mittel der Stiftung dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden.
(3) Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Stiftung nicht entsprechen, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 4
Stiftungsvermögen
(1) Zum Zeitpunkt der Errichtung besteht ein Anfangsvermögen in Höhe von
€ 5.000,–. Das Stiftungsvermögen kann zukünftig aus Immobilien, Beteiligungen an Unternehmen, liquidem Vermögen, Wertpapieren, immateriellen und sonstigen Vermögensgegenständen bestehen.
(2) Die Stiftung ist bewusst auf Zustiftungen und Spenden angelegt. Sie ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, Zuwendungen und Spenden anzunehmen. Zuwendungen des Stifters oder Dritter wachsen dem Stiftungsvermögen zu, wenn sie dazu ausdrücklich bestimmt sind (Zustiftungen).
(3) Das Stiftungsvermögen – Anfangsvermögen einschließlich evtl. Zustiftungen – ist in seinem Bestand zu erhalten und ordnungsgemäß zu verwalten. Hinsichtlich des Vermögenserhaltes ist jedoch eine Ausnahme zulässig, wenn der Bestand der Stiftung für eine angemessene Zeit gewährleistet ist. Vermögensumschichtungen sind zulässig. Der Stiftungsvorstand und Treuhänder legen gemeinsam Anlagerichtlinien fest.

§ 5
Verwendung der Vermögenserträge und Zuwendungen, Rücklagenbildung
(1) Die Stiftung erfüllt ihre Aufgaben

aus den Erträgen des Stiftungsvermögens und
aus Zuwendungen, soweit diese vom Zuwendenden nicht ausdrücklich zur Erhöhung des Stiftungsvermögens bestimmt sind.
(2) Sämtliche Mittel dürfen ausschließlich für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden. Sie müssen grundsätzlich zeitnah unmittelbar für die Verfolgung des satzungsmäßigen Stiftungszwecks eingesetzt werden.
(3) Rücklagen dürfen nur gebildet werden, soweit dies steuerlich im Rahmen der Gemeinnützigkeit unschädlich ist. Sie dürfen insbesondere gebildet werden, wenn und solange dies erforderlich ist, um die steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke nachhaltig erfüllen zu können, und soweit für die Verwendung der Rücklage konkrete Ziel- und Zeitvorstellungen bestehen (zweckgebundene Rücklage bzw. Projektrücklage).
(4) Zur Werterhaltung des Stiftungsvermögens kann ein Teil des Überschusses der Einnahmen über die Unkosten aus Vermögensverwaltung einer freien Rücklage oder dem Stiftungsvermögen zugeführt werden, soweit dies die steuerrechtlichen Bestimmungen zulassen.

§ 6
Organe der Stiftung
(1) Organe der Stiftung sind
a)  der Stiftungsvorstand,
b)  der Beirat.

(2) Eine Doppelmitgliedschaft in den Organen ist nicht zulässig.
(3) Die Tätigkeit in den Stiftungsorganen ist ehrenamtlich. Anfallende und nachgewiesene Auslagen werden nach Beschluss des Vorstandes ersetzt.
(4) Die Mitglieder der Organe haften nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.

§ 15
Vermögensanfall
Im Falle der Auflösung der Stiftung fällt ihr Vermögen an die Ricam  gemeinnützige Gesellschaft für Lebenshilfe und Sterbebegleitung mbH, mit Sitz in 12051 Berlin, Delbrückstr. 22, (oder deren gemeinnützigem Rechtsnachfolger) die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige und mildtätige Zwecke zu verwenden hat.

Weitere Informationen zum Ricam-Hospiz finden Sie hier: 

http://www.ricam-hospiz.de/stiftung/